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Gewinner des Fotowettbewerbs "Aventsbilder 2011"
Glückwunsch an Stefan mit Doug!
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Neuer Block-Mitte

News

Wichtiges zum Welpenkauf!



von Gisa Kaempfer
1. Vorsitzende des Bordeauxdoggen Club Deutschland e.V

Gerade die Bordeauxdogge gehört nach Ansicht vieler Kynologen und Veterinäre nicht gerade zu den langlebigen und gesunden Hunderassen. Umso wichtiger ist daher bei dieser Rasse die Auswahl des Züchters. Und es gibt sie auch, die verantwortungsbewussten Züchter – und für jeden Welpeninteressenten gilt: Augen auf beim Welpenkauf. Dass die „Verpackung” (= Phänotyp) eines Hundes nicht alles ist, sollte sich schon herumgesprochen haben. Die erste Vorsitzende des deutschen Bordeauxdoggen-Clubs, Gisa Kaempfer, gibt Tipps zum Welpenkauf am Beispiel ihrer Rasse. Auch wenn sich diese Informationen in erster Linie an Interessenten einer Bordeauxdogge richten, so gilt Ähnliches grundsätzlich auch für andere, besonders für großwüchsige Rassen.


Der erste Eindruck zählt! Schauen Sie sich den Züchter und die Zuchtstätte genau an. Sehen Sie in der Zuchtstätte oder auch außerhalb (nicht jeder Züchter hält seine Hunde auf seinem privaten Grundstück) Zwingeranlagen, spricht das nicht unbedingt für die Zucht und Sie sollten eher die Finger davon lassen. Lassen Sie sich grundsätzlich bei einem Züchter die sog. „Wurfabnahmeprotokolle“ seiner Würfe zeigen, denn darin kann man die Welpensterblichkeit, Mängel und vieles mehr nachlesen.

Das Zwingerbuch
Jeder Züchter oder Deckrüdenhalter muss ein sog. Zwingerbuch führen. Ein Züchter, der nichts zu verbergen hat, lässt den Welpeninteressenten auch Einsicht in das Zwingerbuch nehmen. Darin ist bspw. vermerkt, wie oft die Zuchthündin bereits belegt wurde. Außerdem ist dort auch dokumentiert, ob und wie viele Kaiserschnittgeburten die Hündin bereits hatte. Nach dem 2. Kaiserschnitt muss die Hündin nämlich aus der Zucht genommen werden, doch wo kein Kläger, da kein Richter.

Gesundheit
Ellbogen- (ED) und Hüftgelenksdysplasie (HD) sind Probleme, die bei vielen großen Rassen auftreten, besonders häufig aber bei der Bordeauxdogge. Ein seriöser Züchter oder Deckrüdenhalter setzt bspw. keine Hunde in der Zucht ein, deren Ellbogengelenke im Röntgen als ED Grad III klassifiziert sind, oder die schwere HD haben. Beim Hundekauf gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Lassen Sie sich daher vom Züchter folgende Unterlagen zeigen:

1) HD-Auswertung (HD = Hüftgelenksdysplasie) der Mutterhündin UND des Deckrüden: Die HD wird in 5 Schweregrade eingeteilt, A steht für HD-frei, und E steht für schwere HD. In der Bordeauxdoggenzucht eingesetzte Hunde dürfen maximal bis HD C (= leichte HD) aufweisen. Kann man Ihnen nur die HD-Auswertung einer der beiden Eltern zeigen, dann verabschieden Sie sich besser von diesem Züchter! Denn er wird einen Grund dafür haben - meist schwere HD –, Ihnen die Auswertung des anderen Elterntiers nicht zu zeigen. Aber gerade bei solch schweren Hunden wie der Bordeauxdogge ist auf diese Auswertung besonderer Wert zu legen.

2) ED-Auswertung der Mutterhündin und des Deckrüden: Die Schweregrade der Ellbogendysplasie liegen zwischen 0 (keine Arthrose) und 3 (schwere Arthrose). Demnach darf das in der Zucht verwendete Elternpaar nur folgende Werte aufweisen: ED 0/0, ED 0/1, ED 1/0, ED 1/1.

3) Herz-Ultraschall-Untersuchung der Mutterhündin und des Deckrüden, um Herzerkrankungen, vor allem der Herzklappen, auszuschließen. Mit herzkranken Hunden soll nicht gezüchtet werden!

Mittlerweile lässt ein Großteil der europäischen Züchter sowohl Zuchthündinnen wie auch Deckrüden auf HD, ED und Herz untersuchen. Dies betrifft Deutschland, Österreich, die Schweiz, Dänemark und teilweise Holland und Italien.

Jedes Hundebaby ist natürlich süß, aber nur süß sein reicht nicht; machen Sie sich im Interesse Ihres zukünftigen Welpen und auch in Ihrem eigenen Interesse im Vorfeld kundig, und – wie schon angemerkt – schauen Sie nicht nur auf das Äußere, sondern auch hinter die Kulissen. Verlangen Sie die vorhin beschriebenen Informationen. Als Gegenleistung und mit ein wenig Glück erhalten Sie einen langlebigen und gesunden Hund.

Keine Mitleidskäufe
Kaufen Sie niemals aus Mitleid einen Welpen aus katastrophalen Verhältnissen heraus! Benachrichtigen Sie den Tierschutz, den Amtsveterinär oder den Tierschutzbeauftragen des Vereins, wenn Sie den Eindruck einer tierschutzrelevanten Haltung haben, das ist viel effektiver. Für jeden Welpen, den Sie dort durch einen Mitleidskauf „retten“, kommen drei andere nach. Das lehrte uns die Erfahrung, denn die Nachfrage regelt das Angebot.

Doch bei aller Vorsicht beim Welpenkauf sollte man eines nicht vergessen: Hunde sind keine standardisierten Roboter, sondern Lebewesen! Auch bei größtmöglicher Sorgfalt und gesundheitlicher Überprüfung gibt es keine 100%-ige Garantie auf Gesundheit. Doch ist die sorgfältige Auslese des Züchters bereits „die halbe Miete“.

Ideal ist es, wenn Züchter und Welpenkäufer ein optimales Vertrauensverhältnis zueinander aufbauen können. Auch ist es wichtig, sich beim Welpenkauf Zeit zu lassen. Es ist durchaus üblich, sich für einen Welpen beim Züchter anzumelden und dann ein halbes Jahr darauf zu warten. In der Zwischenzeit kann man sich auf die Rasse vorbereiten, man kann auch den Züchter noch besser kennen lernen und ihn hin und wieder besuchen, wenn es die räumliche Entfernung erlaubt.


• Nähere Informationen zur Rasse: www.bordeauxdoggen-deutschland.de oder www.molosser.at




 

 


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